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Die Zukunft des Wassers: Eine Reise um unsere Welt von Erik Orsenna

Zoom Produkt-Bild: Die Zukunft des Wassers: Eine Reise um unsere Welt
Gebundene Ausgabe von C.H. Beck
Preis bei Amazon: EUR 21,95, Angebote ab EUR 17,49

5 Punkte, sehr zu empfehlen! 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3406598986, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1
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3 Kundenrezensionen:

Grundlage allen Lebens
5 Punkte 5 von 5 Punkten
AAm Anfang aller Humanität steht das Wasser. Am Anfang aller Würde, aller Gesundheit, aller Bildung, aller Entwicklung", so der Autor des vorzüglichen Buches "Die Zukunft des Wassers", Erik Orsenna. Eine Betrachtungsweise, die aus heutiger Sicht ungewöhnlich ist. Zwar wissen wir alle längst, dass Wasser die Grundlage des Lebens ist. Dass sowohl sein Mangel als auch sein Überfluss von Übel ist. Mangel, weil es dem Leben die Grundlage vorenthält, Überfluss, wenn es von den Wasser-Besitzenden gedankenlos verschwendet wird.

In disem Spannungsfeld bewegt sich die dauernde Diskussion, die von Ökologen und Ökonomen, von Klimaforschern, Umweltbewegten, von Wissenschaftlern und Laien geführt wird. Jetzt hat sich einer in die Diskussion eingebracht, der unverdächtig ist, irgendwelche speziellen Interessen zu vertreten. Um seinen "Thesen" den nötigen Nachdruck zu verleihen, hat der Schriftsteller und Ökonom, Mitglied der Académie Française und des Centre international de la mer sowie des französischen Staatsrats Erk Orsenna sozusagen "Feldforschung" betrieben. Er ist um den Erdball gereist, nach China und Schwarzafrika, nach Australien und Indien - immer auf den Spuren des Wassers. Er hat mit einfachen Bauern gesprochen und mit mächtigen Politikern, mit Wissenschaftlern. Er hat kritische Fragen gestellt und meistens unbefriedigende Antworten erhalten.

Dies zusaamengefasst in diesem wunderbaren Buch ist eine brillante Diskussiongrundlage für jede weitere Beschäftigung mit diesem brisanten Thema, das durch tägliche neue Hiobsbotschaften über Staudämme und Regenkatastrophen, über den eklatanten Mangel dieser Grundlage allen Lebens und seine ebenso eklatante Verschwendung auf sich aufmerksam macht.

Ein weiteres, sicher notwendiges Sachbuch also? Nein, dieses Buch ist mehr. Es ist Literatur. Eine hervorragende Literatur, die uns über den ästhetischen Wert hinaus begreifen lässt, was dieses Wasser bedeutet und uns allen bedeuten sollte.
Das Wasser als knappes und bedrohliches Gut zugleich - das Wasser steht am Anfang aller Humanität
5 Punkte 5 von 5 Punkten
In den letzten Jahren dreht sich die ökologische Debatte hauptsächlich um die drohende Klimakatastrophe, hervorgerufen durch den Ausstoß von Kohlendioxid, mit der Perspektive sich weiter ausbreitender Wüsten, steigenden Meeresspiegeln, schmelzender Polkappen und vor allen Dingen dramatischer und heute kaum vorstellbarer Flüchtlingsströme, gegen die die gegenwärtigen Migrationsbewegungen auf der Welt und im Süden Europas ein Peanut sein werden.

Der Schriftsteller und Ökonom Erik Orsenna, Mitglied der Academie francaise und Direktor des Centre International de la Mer weiß das alles und weist in seinem hier vorliegenden Buch bei "einer Reise um die Welt" auf eine andere, in ihren Folgen nicht weniger dramatische Entwicklung hin, auf die im übrigen Wissenschaftler, aber auch Politologen schon seit langem hingewiesen haben, etwa in der Analyse der ökologischen Hintergründe der Konflikte im Nahen Osten. Es geht um "Die Zukunft des Wassers". Das Wasser als Grundlage allen Lebens ist der Ausgangspunkt von Orsennas Überlegungen: "Am Anfang aller Humanität steht das Wasser. Am Anfang alle Würde, aller Gesundheit, aller Bildung, aller Entwicklung."

Orsenna hat die problematischen Zonen des Wassers auf der Welt bereist und berichtet in einem lockeren Stil darüber, der so manches Mal hilft, das, was er da beschreibt überhaupt mental auszuhalten. So ist etwa das Kapitel über Bangladesch eine reine Apokalypse.

Doch er bleibt nicht bei der reinen Beschreibung der Phänomene und sieht bei aller Dramatik Perspektiven für die Zukunft. Weil am Anfang aller Humanität das Wasser steht, weil es ein natürliches und gemeinschaftliches Gut ist, das auch schon vor der Umweltkrise auf der Welt sehr ungleich verteilt war und es noch ist, sieht Orsenna in der Verwaltung des Wassers eine politische Aufgabe und eine quasi weltsolidarische. Der Inhalt des Buches ist harter Stoff, die Zukunftsperspektiven sind alles andere als rosig, dennoch hofft der Rezensent mit vielen anderen optimistischen Menschen (vgl. Sandra Richter, Lob des Optimismus, C.H. Beck 2009), dass das, was im Zusammenhang mit Finanzkrise und Erdwärmung in den letzten beiden Jahren an zuvor nicht für möglich gehaltener internationaler Zusammenarbeit möglich war, sich noch weiter entwickeln wird und mithelfen kann, neben dem Engagement jedes einzelnen, das Orsenna für unabdingbar hält, der Welt und ihren Lebewesen eine Zukunft zu erhalten. Wer wie der Rezensent in einer Familie lebt mit einem kleinen Kind, der kann gar nicht anders denken und handeln.
Mutig ins Wasser springen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wer sich derart mit dem Element Wasser auseinandersetzt, Wanderungen durch die Länder unternimmt und dazu noch in einer Sprache schreibt, die eines Romanautors würdig ist, der darf sich bei interessierten Leserinnen und Lesern des Erfolges sicher sein.
Antoine Laurent de Lavoisier wird anfänglich erwähnt, aber wie!
Der Entdecker der wahren Natur des Wassers, den man während der revolutionären Schreckensherrschaft in Paris mittels der Guillotine enthauptete, ist als Name einer Insel vor der Antarktis bekannt und während der Autor im Jahr 2006 sich dort aufhält, kommt ihm der Wert der Entdeckungen dieses begnadeten Forschers wieder in den Sinn.
Wasser, zusammen gesetzt aus Wasserstoff und Sauerstoff, wird nun und zwar unter allen Aspekten, in diesem besonders interessanten Buch beobachtet, beschrieben, geliebt und gepriesen.
Nicht die Heilwässer, vielmehr das tägliche Wasser für die Massen aus einer Leitung, das war seinerzeit in Frankreich das Ziel, das ist heute als Ziel einer weltweiten, einer globalen Sichtweise notwendig, will man die Gesundheit von Menschn, Tier und Pflanze erhalten.
Dass die missachtende Verdreckung dessen, was wir in Religion, Kultur und alltäglicher Bemesseung (zumindest bei richtiger Betrachtung) als heilig betrachten, um es mal so auzudrücken, himmelschreiend ist, wenn man weiterliest, darf nicht wundern. Und auch Wein besteht zum Großteil aus diesem herrlichen Stoff und Bier ebenso, das sollte zu denken geben.

Kriege wegen des Wassers?
Wer weiß. Anstrengungen aller Art, die Wüsten zu neuem Leben zu bringen, die immer größere Mengen entstehenden Wassers durch Wolkenbildung zu Wassergewinnung zu nutzen, das Meer zu entsalzen (wohin mit dem Salz, auf den Mond?), all das wird genauestens beschrieben und zwar mit allen Vor- und Nachteilen.

Diese wirklich abenteuerliche Weltreise, die das Thema Wasser auf eindringlichste Art und Weise den Menschen nahe bringt, ist dazu bereit, das spürt man beim Lesen,
hier und jetzt zur Tat aufzurufen. Forschung und Missbrauch, so scheint es, halten sich die Waage. Wehe wenn sie auf die falsche Seite sich neigte.
Erik Orsenna rüttelt deshalb auf.
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