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Produkt-Bild: Atlas der abgelegenen Inseln: Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde

Atlas der abgelegenen Inseln: Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde von Judith Schalansky

Gebundene Ausgabe von Mare Verlag
Preis bei Amazon: EUR 34,00, Angebote ab EUR 27,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866481179, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 7.
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5 Kundenrezensionen:

urlaubsplacebo
5 Punkte 5 von 5 Punkten
die urlaubszeit neigt sich dem ende zu. auch meiner ist schon vorbei und nun gilt es dann und wann, die zeit bis zum nächsten zu überbrücken bzw. zu verschönern.

für genau diesen zweck ist dieser äußerst originelle atlas wohl geschaffen worden. die autorin hat sich bemüht, weitgehend unbekannte destinationen, die auch heute noch nur sehr schwer erreichbar sind, ausfindig zu machen und entsprechend zu recherchieren.

so gibt es zu jeder dieser 50 inseln eine karte mit der jeweiligen lage und teils skurile, teils interessante, teils schrullige geschichten rundherum. mutig finde ich ja, dass die autorin zugibt, nicht direkt vor ort gewesen zu sein und bleibt somit offen, auf welche weise sich ein persönlicher lokalaugenschein auf den inhalt ausgewirkt hätte. wer ernsthafte reiseberichte und tatsachenberichte erwartet, wird hier enttäuscht werden - geht es hier doch um das genaue gegenteil davon!

im zuge der lektüre verfestigt sich jedoch leider die erkenntnis, dass man selber wohl auch niemals auf einer dieser inseln stehen wird, wodurch es zu leichten schwermutsanfällen kommen kann oder aber zu einer trotzreaktion: jetzt habe ich zwar überhaupt keine zeit dazu, aber wenn ich mal in rente bin, dann fahr ich da überall hin, ganz, ganz sicher!

das buch wirkt also wie ein lottoschein - bietet es doch für einen geringen obulus anlass zu träumen. beim lottoschein dauert es aber nur drei tage bis diese platzen (dafür sind sie ja auch entsprechend billiger), hier kann man viel länger hoffen...
Fast schon perfekt
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Gut an dem Buch ist, daß es schön geschrieben ist, daß es ein Thema aufgreift, das wohl viele in sich tragen (Sehnsucht nach einsamer Insel, Flucht aus dem Alltag). Auch die Karten sind akzeptabel, mit Maßstab versehen, alle miteinander vergleichbar, und auf dem aktuellen Stand (soweit dies mit Google Earth nachprüfbar ist). Ob es sich jedoch um eine grüne Insel, ein staubiges Eiland oder eine Eiswüste handelt, verraten die Karten nicht. Dennoch wirken Sie auf dauer auch etwas farblos, aber vielleicht soll das den künstlerischen Anspruch des Werkes unterstreichen. Auch der Einband ist optisch und handwerklich makellos. Ob einem das im gesamten Buch sehr dominate Orange gefällt sein dahin gestellt.
Die Texte sind schöne Geschichten, vieleicht korrigieren Sie etwas die Sichtweise, die man so hat von einsamen Inseln und der Wunsch, dort lange Zeit zu sein wird immer kleiner, je weiter man ließt. Naja, vielleicht liegt es auch daran, dass die meisten beschriebenen Inseln unbewohnt sind, und das aus gutem Grunde.
Für alle, die gerne unterwegs sind, und sie es nur in der Vorstellung, ein hervorragend geeignetes Geschenk,
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dies ist ein wunderbares Buch für alle Globetrotter und die, die immer schon davon träumten einer zu werden. Judith Schalansky entführt in ihrem "Atlas der abgelegenen Inseln" ihre Leser zu "Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde".

Getrennt nach den Ozeanen, in denen sich die beschriebenen kleinen Inseln verlieren, druckt sie auf der rechten Bildseite jeweils eine Landkarte der teilweise unbewohnten Inseln ab, und beschreibt die Kulturgeschichte der Inseln auf der linken Seite. Seltsame, seltene Geschichten sind das von seltenen Tieren und seltsamen Menschen. Da wird erzählt von gestrandeten Sklaven und Entdeckern, einsamen Naturforschern und vergessenen Schiffbrüchigen.

Das ganze, im übrigen extrem erfolgreiche (schon in der 7. Auflage!)Buch zeigt wieder einmal, dass man auch mit dem Finger auf der Landkarte auf Abenteuerreisen gehen kann. Es ist für alle, die gerne unterwegs sind, und sie es nur in der Vorstellung, ein hervorragend geeignetes Geschenk.
unterkühlt
2 Punkte 2 von 5 Punkten
eine solide gestaltete typografische arbeit. ein schönes buch, das in jede werbeagentur gehört. und marktschreierisch sprachgewandt formuliert die autorin auch ihre texte - jedoch emotionslos und aus zweiter hand. ja. klar. es geht um geschichten. und je spektakulärer, umso besser. «paradise lost» schöngeistig als inselatlas verpackt. ein intellektualisiertes werk, das dem leser weismachen will, wie unnötig die eigentliche authentische reiseerfahrung heute geworden ist. hier wird pauschalisiert und mit vorurteilen nicht gegeizt. frau schalansky outet sich als bekennende nesthockerin. hauptsache daheim, vertraut und gemütlich. sie reist im kopf und das genügt ihr in ihrem jungen alter. sie bezieht ihre informationen aus dem internet, aus bibliotheken, archiven und medien - und lässt andere für sie reisen. gefilterte informationen und daten also unterkühlte historische fakten ohne bezug zur eigenen erlebten erfahrung. wie kopflastig und emotionslos. schade. ich wünschte ihr, sie hätte diese inseln bereist, um ihre argumente selber als oberflächliche kitschkultur zu entlarven. wer reist, bewegt sich, verändert sich, ist gezwungen, sich anzupassen, denkmuster zu redimensionieren, anderen menschen konstruktiver zu begegnen, begibt sich in eine abhängigkeit mit den elementen, mit der gegenwärtigkeit, mit der unabhängigkeit, freiheit. mag sein, dass das für gewisse menschen zu anstrengend ist.
Ein wunderschönes Buch
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es ist schade, dass es keinen "Blick ins Buch" gibt! Es ist wunderschön! Zwar wird niemand ein Buch über Inseln brauchen, die unbereisbar sind, aber es lohnt trotzdem! Es hinterlässt einen Gefühl von Fernweh und Abenteuerlust und Verwunderung darüber, dass, in der so klein gewordenen Welt, es noch Inseln gibt die kaum jemand freiwillig betreten würde.
Ein tolles Geschenk für Reiselustige, die schon überall waren und alles haben!
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Produkt-Bild: Blau steht dir nicht: Matrosenroman

Blau steht dir nicht: Matrosenroman von Judith Schalansky

Gebundene Ausgabe von MAREBUCHVERLAG
Preis bei Amazon: EUR 18,00, Angebote ab EUR 2,99

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480784, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: 1
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2 Kundenrezensionen:

Eindrücke stehen im Vordergrund
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Im eigentlichen Sinne ist Blau steht dir nicht" kein Roman, auch kein Matrosenroman". Die romanhaften Episoden über die kleine Jenny auf Usedom werden durchbrochen von einer Ich-Erzählerin, die auf ihren Reisen nach Riga, Odessa, New York und schließlich zurück nach Usedom und Greifswald Eindrücke schildert, die bestimmt sind vom Visuellen und Assoziativem. Und so ist dieses Buch eine eigenartige, aber doch stimmige Mischung aus der Geschichte der kleinen Jenny, die Matrosen liebt, und aus einer erwachsenen Ich-Erzählerin, die sich aufmacht, zu begreifen, was das für eine Sehnsucht ist, die die Matrosenuniformen in ihr geweckt haben. Fotos, die immer wieder in den Text gestreut wurden, lenken vom Lesen und Sich-selbst-ein-Bild-Machen ab, bieten bereits vorgefertigte Bilder zum Vergleich, zum Verharren, zu weiteren Vorstellungen. Und natürlich gehört zu dieser Mischung die Sprache der Autorin, die in ihrer Poesie und Melodie durchaus zu verzaubern weiß.

Blau steht dir nicht" ist keine leicht verdauliche Lektüre. Die Poesie und die Idee, die hinter diesem Buchprojekt steckt, vermag sicher nicht jeden Leser durchgängig zu fesseln. Da es keine wirkliche Handlung gibt, stehen die Eindrücke im Vordergrund. Es wird viel beschrieben, viel assoziiert, es werden viele gut recherchierte Informationen eingestreut. Man erkennt eine sprachgewandte und kluge Autorin, aber man sollte keinen Roman, keine Geschichte im herkömmlichen Sinne erwarten. Wer Sprache mag und eine gewisse Experimentierfreude mitbringt, sollte sich Judith Schalanskys Matrosenroman Blau steht dir gut" auf jeden Fall einmal ansehen. Wer Romane mit gut konstruierten, stringenten Handlungen bevorzugt, wird an diesem hier wahrscheinlich weniger Freude haben.
Glückwunsch!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Noch während ihres Studiums beglückte Judith Schalansky die weltweite Grafikdesignszene mit "Fraktur mon amour" - einer Liebeserklärung an die gebrochenen Schriften. Der Titel wurde zum Bestseller und trug zum Hype der Fraktur bei. Jetzt reussiert sie auf literarischem Terrain: Ein bezauberndes Buch voll Sehnsucht, das man leise Seite für Seite genießt. Weil es hervorragend geschrieben - und gestaltet - ist. Großes Kompliment! Man darf gespannt sien, was Judith Schalansky als nächstes anpackt...
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Produkt-Bild: Fraktur mon Amour

Fraktur mon Amour von Judith Schalansky

Gebundene Ausgabe von Schmidt (Hermann), Mainz
Preis bei Amazon: EUR 49,80, Angebote ab EUR 34,00

2 Punkte.
2 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3874397483, Erscheinungsdatum: August 2008, Auflage: 2
Zoom ± Produkt-Bild: Fraktur mon Amour

2 Kundenrezensionen:

Tolles Buch mit enttäuschendem Anhang
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Das Buch macht sich wirklich chic mit seinem schwarzen Einband und dem pinken Seitenschnitt. Auch die ausgewählten Schriften überzeugen, ebenso die grafische Aufbereitung. Doch leider ist nur ein Bruchteil der gezeigten Schriften auf der CD vorhanden und gerade die aufregendsten fehlen. Sie sind auch oftmals nicht unter der Quellenangabe zu finden - weder frei noch kostenpflichtig. Daher nur 3 Punkte.
Alpenmurmeltier im Sack
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Das hochgelobte Buch zur Fraktur, habe es in unserer Hochschulbibliothek endlich zur Ausleihe bekommen. Optisch ein Hingucker, keine Frage. Für Fraktur-Kenner und Insider eher der Witz des Jahrtausends, auf den ersten Blick, dann doch Entäuschung pur.
Alles Free-Fonts (im Internet kostenlos zum Download erhältlich), die zum größten Teil aus der DS-Type Library, von Manfred Klein, Larabie u.a. stammen. Die DS-Schriften hatte ich bereits auf dem Rechner.
50 ? die man in eine kurze online-free-download session investieren kann, zumal man sich die 50 Euro und einen Staubfänger mehr spart.
DS-Fonts kann ich ja noch verstehen, hier steckt Qualität dahinter, sauber und akurat digitalisierte Schriftschnitte nach historischen Vorbildern.
Manfred Klein, Larabie und der ganze Rest, warum diese Obskuritäten in diesem Buch zu finden sind, ist mir ein Rätsel.
Die weitere Aufmachung ist dann doch billig, Null Recherche, in Schriftgeschichte gibts ne glatte 6.
Koch, Klingspor, Thannhäuser, Wolpe, Zapf u.v.m. das sind die Namen die hier fehlen.

Wer eine tiefere Aufarbeitung zu dem Thema sucht, der wird bitter enttäuscht sein, kauft euch lieber antiquarische Autobiografien der echten Fraktur-Meister oder Schriftmusterbücher der alten Schriftgießereien (Berthold, Monotype, Stempel etc.), da habt ihr wenigstens was fürs Geld.

Für den Versuch und das klägliche Scheitern gibts 1 Sternchen.
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Produkt-Bild: Adfontskalender - Ein typografischer Adventskalender: Wandschmuck und Schriftfundgrube

Adfontskalender - Ein typografischer Adventskalender: Wandschmuck und Schriftfundgrube von Judith Schalansky

Broschiert von Schmidt, H, Mainz
Preis bei Amazon: EUR 15,00, Angebote ab EUR 7,50

ISBN: , Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Adfontskalender - Ein typografischer Adventskalender: Wandschmuck und Schriftfundgrube
Produkt-Bild: Fraktur mon Amour

Fraktur mon Amour von Judith Schalansky

Gebundene Ausgabe von Schmidt Hermann Verlag
Preis bei Amazon: EUR 49,80, Angebote ab EUR 31,00

2 Punkte.
2 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3874396967, Erscheinungsdatum: März 2006, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Fraktur mon Amour

2 Kundenrezensionen:

Tolles Buch mit enttäuschendem Anhang
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Das Buch macht sich wirklich chic mit seinem schwarzen Einband und dem pinken Seitenschnitt. Auch die ausgewählten Schriften überzeugen, ebenso die grafische Aufbereitung. Doch leider ist nur ein Bruchteil der gezeigten Schriften auf der CD vorhanden und gerade die aufregendsten fehlen. Sie sind auch oftmals nicht unter der Quellenangabe zu finden - weder frei noch kostenpflichtig. Daher nur 3 Punkte.
Alpenmurmeltier im Sack
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Das hochgelobte Buch zur Fraktur, habe es in unserer Hochschulbibliothek endlich zur Ausleihe bekommen. Optisch ein Hingucker, keine Frage. Für Fraktur-Kenner und Insider eher der Witz des Jahrtausends, auf den ersten Blick, dann doch Entäuschung pur.
Alles Free-Fonts (im Internet kostenlos zum Download erhältlich), die zum größten Teil aus der DS-Type Library, von Manfred Klein, Larabie u.a. stammen. Die DS-Schriften hatte ich bereits auf dem Rechner.
50 ? die man in eine kurze online-free-download session investieren kann, zumal man sich die 50 Euro und einen Staubfänger mehr spart.
DS-Fonts kann ich ja noch verstehen, hier steckt Qualität dahinter, sauber und akurat digitalisierte Schriftschnitte nach historischen Vorbildern.
Manfred Klein, Larabie und der ganze Rest, warum diese Obskuritäten in diesem Buch zu finden sind, ist mir ein Rätsel.
Die weitere Aufmachung ist dann doch billig, Null Recherche, in Schriftgeschichte gibts ne glatte 6.
Koch, Klingspor, Thannhäuser, Wolpe, Zapf u.v.m. das sind die Namen die hier fehlen.

Wer eine tiefere Aufarbeitung zu dem Thema sucht, der wird bitter enttäuscht sein, kauft euch lieber antiquarische Autobiografien der echten Fraktur-Meister oder Schriftmusterbücher der alten Schriftgießereien (Berthold, Monotype, Stempel etc.), da habt ihr wenigstens was fürs Geld.

Für den Versuch und das klägliche Scheitern gibts 1 Sternchen.
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Produkt-Bild: Die Sprache des Windes: Wie ein Admiral aus dem 19. Jahrhundert Wissenschaft in Poesie verwandelte

Die Sprache des Windes: Wie ein Admiral aus dem 19. Jahrhundert Wissenschaft in Poesie verwandelte von Scott Huler

Gebundene Ausgabe von Mare Verlag
Preis bei Amazon: EUR 23,00, Angebote ab EUR 12,00

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866481144, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 2.
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4 Kundenrezensionen:

Weise wie der Wind
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Fangen wir mit einer liebevollen Aufmerksamkeit dieses besonderen Buches an: Der mare-Verlag, samt nomen est omen verantwortlich für die deutsche Herausgabe des 2004 in den USA erschienenen Bestsellers von Scott Huler, schenkt dem Käufer dieses Buches ein kleines Lesezeichen, welches im Inneren auf seine Entjungferung wartet. Das macht so mancher Verlag und jedes Mal fühlt man sich als Leser angenehm verstanden und liebevoll honoriert. Herrlich, nahezu großartig aber die Idee, das Lesezeichen in eine detaillierte Windskala zu verwandeln, also jenes Subjekt, um das es in diesem Buch geht, darauf abzubilden. Dafür erst mal Danke ein außergewöhnlich sympathischer Service.
Francis Beaufort teilt das, in keinster Weise tragischem Schicksal vieler Wissenschaftsgrößen des 18. und 19. Jahrhunderts. Seine Erkenntnisse ragen dialektisch in die Moderne hinein. Der Schwede Anders Celsius oder der Schotte James Watt können ein Lied singen, wie der berühmte Erfinder- und Entdeckername späterhin auf einer maßgeblichen Skala verewigt wurde. Die Beaufort-Skala misst den Wind, und das bis heute, und um dies zu tun, muss man ihm zuhören und ihn verstehen. Das hat Beaufort gemacht und Scott Huler hat diese außergewöhnlich sensible, einfühlsame, aufregende und spannende Geschichte ins Zentrum seines wissenschaftlichen Berichtes gestellt. Wobei wissenschaftlicher Bericht nicht der Tragweite dieses Buchs gerecht wird, dass man ebenso einen historischen Roman oder eine moderne Parabel nennen könnte. In jedem Fall ist es unterhaltsam und lehrreich zugleich.
Die genauen Recherchen in Archiven und Wissenschaftsbibliotheken, in den Schreinen der Moderne, die sich konstituierte, als neben Beaufort auch Cook, Darwin oder Defoe die Welt in ihrem jeweiligen Metier aus den Angeln hoben, werden kombiniert mit persönlichen Erlebnissen Hulers, der auf einer Segelbootsfahrt die Stille des Windes erkundete. Für jemanden, der Sachbücher schätzt, weil sie etwas vermitteln, das sich von selbst nicht erschließen lässt, ist dieses Buch eine Goldgrube, denn es unterhält und packt einen während der Lektüre. So oder so ähnlich sollte jede Didaktik des Bildungsplanes aufgebaut sein, denn nur so, mit den Glücks- und Spannungsgefühlen, können diese Dinge auch behalten werden.
Und nicht nur Beauforts Zeit wird rekapituliert, langsam schwingt sich der Autor mit seinen Lesern in die Gegenwart vor und reüssiert die Geschichte der Winde und seiner analytischen Rezeption in der Post-Beaufort-Ära. Damit rundet Huler das Geschehen hervorragend ab, so dass das Buch eigentlich jedem Natur-, Technik- und Lebensinteressierten nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann.
Abschließend eine weitere Randnotiz zum Thema Lesezeichen, dass nicht nur wie eingangs erwähnt eine Windskala zu bieten hat, sondern auch noch eine Rückseite. Auf der sind zwei Menschen zu sehen, die in Stühlen sitzen, sowie die gleichen Stühle ohne Menschen, deren Polster heftig vom Wind durchbogen werden. Ich meine, einer der Menschen ist der fast junge Helmut Kohl, der seltsam melancholisch dreinblickt. Wenn er es wirklich ist, und das Ganze mit dem Spruch gut zu wissen, woher der Wind weht Absicht ist, dann kann man nicht nur vor dem Autor zutiefst seinen Hut ziehen, sondern auch vor diesem Verlag.
Die Sprache des Windes
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Northumberland Square: Schnur der Fahnenstange flattert, schlägt aber nicht gegen den Mast Scott Huler auf den Spuren Beauforts. Die Windscala steht im Mittelpunkt des Buches. Huler verfolgt ihre Geschichte mit großer Leidenschaft. Er hat ein gelehrsames Buch nicht nur über die Beaufort-Scale geschrieben. Nein, die Ausflüge in die Wissenschaftsgeschichte sind ebenso lesenswert. "Eine kalte Luftmasse rückt auf eine warme vor und die Turbulenzen an deren Grenze verursachen Stürme. Diese Theorie entwickelte erstmals der norwegische Meteorologe Vilhelm Bjerknes während des ersten Weltkrieges (!). So lag es nahe, dass er die unbeständigen Grenzen dieser Luftmassen als Fronten bezeichnete." Immer wieder stellt er die deutliche, sämtliches Überflüssiges weglassende Sprache der Beaufort Skala (sie kommt mit 110 Wörtern aus) in den Vordergrund. Er zeigt auch auf, welche Bedeutung z.B. die Standardisierungsbemühunngen im 19. Jahrhundert für die Entwicklung u.a. auch für die Naturwissenschaften hatte. Das Buch bringt viel Lesevergnügen und, wenigstens für mich, viel Wissenszuwachs!
Ein Admiral des 19. Jahrhunderts und seine poetische Sprache
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das vorliegende Buch von Scott Huler setzt sich auf die Spur von Admiral Francis Beauforts, einem Seefahrer des 19. Jahrhunderts und intellektuellem Feingeist. Scott Huler beschreibt dabei gekonnt die Stimmung und gibt auch die wissenschaftliche Präzision wieder, derer sich Admiral Beaufort so oft bediente. Mit dem Roman DIE SPRACHE DES WINDES wird der Bereich Seefahrt und Wissenschaft zusammengeführt - das Ergebnis ist eine unbezähmbare Leidenschaft alles Seefahrerische in Kategorien und Skalen zu bannen.

Woher kommt die Beaufort Skala? Warum entschloss sich der ansonsten sehr schweigsame und stille Beaufort zu einer solchen Skala und woher nahm er die fast philosophisch anmutenden Beschreibungen? Teils sehr knapp und doch so treffend, so charakterisierte Beaufort den Wind in all seinen Ausprägungen.

Das Buch DIE SPRACHE DES WINDES von Scott Huler nimmt sich einesteils die Lebensgeschichte des Admirals Beaufort vor und führt und interessant und mit viel Zuneigung durch dieses besondere Leben.

Doch auch die Skala und die von Beaufort entwickelten Instrumente und sonstigen Errungenschaften sind Teil dieses guten Buches. Es ist sehr interessant dieses Leben so offen zu sehen und darin herum zu blättern und mit Scott Huler ist jemand dazu berufen worden, welcher selbst den Wind verehrt und zudem Beaufort mag.

Scott Huler hat gut recherchiert, er hat es verstanden seine Fakten und sein Wissen positiv und leicht in einen Buch wie DIE SPRACHE DES WINDES umzusetzen. Mir persönlich hat dieses Sachbuch gut gefallen, es hat mir Admiral BEAUFORT nahe gebracht, ich kann nun diese historische Gestalt besser fassen und habe sie auch schätzen gelernt.

Die Sprache des Windes ist manchmal wie ein säuseln, wie leichte Schaumkronen auf dem Meer, doch es kann auch ein tiefes Stöhnen daraus werden, als wären die Pforten der Hölle geöffnet.

Wer Wind mag, wird Beaufort leiben, doch wer auch den Sturm schätzt, erkennt das Potential dieses Buches und die Arbeit von Scott Huler, welche darin zum Ausdruck kommt.

Sehr empfehlenswert!
Schöner Band, enttäuschender Inhalt
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Ich habe das Buch zu Weihnachten bekommen, weil bekannt ist, dass ich mich als begeisterter Segler für alles interessiere, was mit Wind zu tun hat. Das Buch vom Mare Verlag ist ansprechend gestaltet und ich stürzte mich sofort drauf. Ich erwartete mir eine faszinierende Mischung von Biographie und literarischer Gestaltung wie etwa in Sten Nadolnys "Entdeckung der Langsamkeit" oder Erskine Childers' "Das Rätsel der Sandbank", um nur zwei Beispiele zu nennen. Meine Erwartungen wurden aber so sehr enttäuscht, dass ich jetzt - ganz entgegen meinen sonstigen Lesegewohnheiten - auf Seite 204 aufgegeben habe.
Es ist die Geschichte eines Journalisten, der eher zufällig auf Beauforts Windskala gestoßen ist und sich in dieses Thema verbissen hat. Als leider eher unbedarfter Forscher versucht er, die Entstehung und die Bedeutung der Skala aufzudecken. Dabei gibt er aber auf, sobald sich ein Widerstand oder eine Unklarheit zeigt und fängt irgendwo anders an zu recherchieren. Dadurch kommt es zu unzähligen Wiederholungen, Details werden breit ausgewalzt, überhaupt hat der Text etwas Zufälliges, er ähnelt einem ausgeschütteten Zettelkasten eher als einem durchkomponierten Text.
Ärgerlich sind die Abbildungen: Reprints der Beaufortskala in verschiedenen Publikationen mit minimalen Änderungen und Karten Beauforts sind so klitzeklein abgedruckt, dass es unmöglich ist, darauf irgendetwas zu erkennen. Unerträglich ist dann die Passage, wo der Autor beschreibt, wie er auf dem Großsegler "Europa" eine Woche ohne Wind verbringt, und wo er dann versucht das Erlebnis des Segelns in Worte zu fassen. Wenn ich keinen blassen Schimmer von Autos habe, schreibe ich nicht über die Formel 1!
Ich glaube kaum, dass ich noch die Energie aufbringen werde, mich durch die restlichen 70 Seiten (bis zu den Anhängen) durchzuquälen.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow

Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow von William Lithgow

Gebundene Ausgabe von Mare
Preis bei Amazon: EUR 24,00, Angebote ab EUR 20,00

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866481128, Erscheinungsdatum: Sept. 2009, Auflage: 2.
Zoom ± Produkt-Bild: Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow

4 Kundenrezensionen:

Danke Mare!
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Wundervoll diese drei Reiseberichte! Witzige, wunderbar subjektive Ansichten einer Zeit, die uns so fern und manchmal wiederum so nah erscheint. Am Vorabend des 30jährigen Krieges wandert ein protestantischer Schotte einfach mal quer durch Europa, den nahen Osten und Nordafrika. Unglaublich !?
Mein Dank gilt dem Mare-Verlag für die Übersetzung dieses Schatzes der Reiseliteratur und für den schönen Einband, den wunderbaren mehrfarbigen Schriftsatz und die Erläuterungen im Anhang.
Für die absolut unpassenden Illustrationen, die den Gesamteindruck dann doch etwas trüben, gibt es einen Stern Abzug!
Der erste Pauschal Tourist und streitbarer Charakter
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Der erste Reisführer, erschienen lange bevor die Standardwerke der Touristik und Massenpauschaltouristen die Gestade fremder Weltmeere eroberten. DIE WUNDERSAMEN IRRFAHRTEN DES WILLIAM LITHGOW herausgegeben von Roger Willemsen entführt uns in die galle-bitteren Ansichten eines Schneiders, welcher zu Recht als der erste Pauschaltourist der Welt gelten darf. Anscheinend war das Werk bislang in Deutschland unbekannt und nicht in unsere Sprache übersetzt, daher erscheint es hier erstmals im Mare Buchverlag. Als Pauschal Urlauber verteilte der Schneider William Lithgow auch gerne Pauschalurteile, diese dürften gerade heute dem ironisch gesinnten und durchaus auch noch heute überkritischem Pauschal - Touristen gefallen.

Eines vorab gleich vorweg, der Protagonist WILLIAM LITHGOW ist ein ganz übler Zeitgenosse gewesen, voller Vorurteile, böser Vorahnungen und ein Rassist war er bestimmt auch - dennoch ist sein Reisebereicht eine Quelle der Freude, denn es ist wohl der erste Reisebericht eines ganz normalen Touristen in Europa und das vor dem 30jährigen Kriegs,

Die Italiener allesamt verkommen, die Griechen Sodomiter und über die Araber und Jesuiten wollen wir erst gar kein Wort verlieren. WILLIAM LITHGOW hat wohl das loseste Mundwerk aller Zeiten gehabt, bitterböse Kommentare zu Madonnen, religiöser Verehrung und politischen Ansichten. Sprüche und bissige Bemerkungen auf jeder Seite und einen Schlag ins Genick für jedermann.

Gegen alle Kritiker hat er ebenfalls geschossen, mögen sie allesamt tot umfallen und in nicht länger behelligen. WILLIAM LITHGOW der erste Kritiker wie er im Buche stand, keine Freunde, keine Feinde und ein böses Wort für und gegen alles.

Wer allerdings einmal einen wirklich ungewöhnlichen Reisebericht lesen möchte und zudem ein paar sehr gelungene Illustrationen von PAPAN dazu sehen möchte, der wird mit DIE WUNDERSAMEN IRRFAHRTEN DES WILLIAM LITHGOW herausgegeben von Roger Willemsen vollauf begeistert sein.

Empfehlenswert!
Das nenne ich ein echtes Fundstück
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe dieses Buch eher zufällig, beim Rumstöbern gefunden und fand es gleich seltsam interessant. Und das ist es auch und überdies auch noch wahnsinnig unterhaltsam und witzig, weil absolut nicht p.c. Dieses Buch ist in jeder Hinsicht unglaublich: ziemlich genau 400 Jahre, nachdem der schottische Schneider William Lithgow in die Welt hinausgezogen ist, erscheinen seine Reiseerzählungen zum ersten Mal auf Deutsch. Man fragt sich, warum vorher noch keiner auf die Idee gekommen ist, das Buch herauszubringen, denn Lithgows Berichte heben sich wirklich ab vom Gros der Reiseliteratur er ist der Inbegriff der politischen Inkorrektheit Er flucht, statt zu preisen, das ist ein großer Spaß, genau wie die dazu passenden Illustrationen von Papan. Roger Willemsen hat ein schönes Vor- und Nachwort geschrieben eine runde Sache, dieses Buch, und ein ideales Weihnachtsgeschenk!!
Ein Schneidergeselle mit abgeschnittenen Ohren
4 Punkte 4 von 5 Punkten
William Lithgow war schottischer Schneiderjunge, Weltreisender und Reiseschriftsteller. Er soll angeblich 58.000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben. Als er im Jahr 1603 als 21Jähriger unter einem Fenster seine Liebste besang wie einst Romeo seine Julia, schnitten ihm die Brüder der Angebeteten beide Ohren ab. William beschließt daraufhin, in den Orient aufzubrechen, um den Verlust der Ohren unter einem Turban verstecken zu können. Seine Wanderungen führten ihn quer durch Europa, Arabien, Ägypten und Abessinien. Sein Reisetagebuch ist in England erstmals im Jahr 1632 erschienen, wurde dann verschiedentlich neu aufgelegt und erscheint nun zum ersten Mal in deutscher Sprache. Als Herausgeber dieses eigensinnigen und kuriosen Reiseberichts konnte Roger Willemsen gewonnen werden, der ein sehr informatives und kurzweiliges Geleitwort verfasste, das auch ein Portrait des William Lithgows beinhaltet.

William Lithgow besaß zweifelsohne eine scharfe Beobachtungsgabe, neigte aber gerne zu Pauschalurteilen und leicht galliger Misanthropie, was aber wiederum die unfreiwillige Komik dieses Buches ausmacht. Zur damaligen Zeit war das Reisen natürlich strapaziös und entbehrungsreich und William Lithgow musste so manche Demütigungen und Gewalttätigkeiten bis hin zur Folter der spanischen Inquisition ertragen. Doch war er ein Stehaufmännchen, trotzte allen Widrigkeiten und kehrte von seinen drei Reisen stets lebendig, wenn auch lädiert zurück. Lithgow nimmt kein Blatt vor dem Mund und seine kultiviert gepflegten Vorurteile, bösen Vorahnungen, drakonischen und polemischen Ansichten sind manchmal penetrant, aber eben auch erfrischend gewitzt und makaber. Er ist ein Querulant und ewiger Besserwisser, doch auch dankbare, versöhnende und lobende Worte finden sich an mancher Stelle. Natürlich nicht zu viel, denn Hohn und Häme kehrten stets zurück, egal ob Katholiken oder Türken, Italiener oder Griechen, ihr Fett bekommen sie alle ab. Die wundersamen Irrfahrten des negativen Odysseus" sind eine erheiternde und ungewöhnliche Leseerfahrung und vermitteln ein Bild der Welt des 17. Jahrhunderts, die ein schrulliger Schotte bereist, lamentierend und doch interessiert.
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