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Produkt-Bild: Das kulinarische Kielschwein: Ein Handbuch allererster Kajüte

Das kulinarische Kielschwein: Ein Handbuch allererster Kajüte von Lorenz Schröter

Gebundene Ausgabe von MAREBUCHVERLAG
Preis bei Amazon: EUR 12,90, Angebote ab EUR 3,19

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480695, Erscheinungsdatum: Oktober 2007, Auflage: 1
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Eine Kundenrezension:

Ein Handbuch allererster Kajüte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es gibt Fragen, welche man sich stellt, ohne wirklich eine Antwort darauf zu wissen. Kann man mit AHOI Brause wirklich backen? Wer ist eigentlich dieser eigenartige Käpt`n IGLU oder wo gibt es das Beste Meersalz? Fragen zu Meeresthemen ohne Ende und niemand weiß die Antwort darauf. Niemand? Doch einer weiß es: DAS KULINARISCHE KIELSCHWEIN weiß die Antworten. Amüsant und zum Zeitvertreib kann man sich durch alle diese kuriosen Themen blättern und wird durch so manche wissenswerte Antwort verblüfft werden.

Ein echtes Sammelsurium von Lorenz Schröter um Themen zum Kochen, Backen und die Kombüse im Allgemeinen. Walsteaks, Fugu-Fisch Häppchen und die echte französische Fischsuppe, ebenso wie Manieren bei Tische und wo man die besten Messer bekommt, zudem auch noch Literarisches vom Aal und so manche kuriose Meldung zu Themen wie Hummer, Tischhocker oder dem letzten Dinner auf der Titanic.

Kurzweil auf Mare Art. Vergnüglich, informativ und spannend. Ich habe selten so oft geschmunzelt und mir Anmerkungen notiert.

Sehr Empfehlenswert!
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Produkt-Bild: La Paloma, Buch u. 4 Audio-CDs, 2 Tle.: Das Lied. Mit vier CDs

La Paloma, Buch u. 4 Audio-CDs, 2 Tle.: Das Lied. Mit vier CDs von Sigrid Faltin, Andreas Schäfler

Gebundene Ausgabe von MAREBUCHVERLAG
Preis bei Amazon: EUR 48,00, Angebote ab EUR 36,94

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480881, Erscheinungsdatum: März 2008, Auflage: 1
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Eine Kundenrezension:

Ein Lehrstück über Musik, Einfachheit und Sehnsucht
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es gibt wohl kaum etwas Geheimnisvolleres als das Einfache. Auf dem Weg, diesem Geheimnis etwas näher zu kommen, stolperte ich auch über das Schmuckstück, das Sigrid Faltin und Andreas Schäfler geschaffen haben. La Paloma. Seit 150 Jahren wird dieses Lied geträllert, gesummt, gewalzert, gejazzt und geschnulzt. Und während ich diese Zeilen schreibe, läuft eine der über 100 Versionen im Hintergrund. Denn die beiden Autoren haben nicht nur ein wunderschönes Buch über das Paloma-Phänomen geschrieben, sondern auch 4 CDs mit allen möglichen und unmöglichen Versionen gefüllt. Unterhaltsamer lässt sich der Tatbeweis nicht erbringen, dass kein Musikstück so oft interpretiert wurde wie das Lied von der Taube.

Ein großer Meister der Werbung sagte mir während meiner Lehr- und Wanderjahre, dass es nichts Schwierigeres gebe als Einfachheit. "Wenn alle meinen, das hätten sie auch gekonnt, dann hast du gute Arbeit geleistet", sagte er. Um eine solche Arbeit geht es im doppelten Sinne auch hier. Denn wie der bekannte Musiker Klaus Doldinger in seinem Beitrag betont, gibt es nichts Schwieriges, als eine simple Melodie zu schreiben. Das zeigten die Skizzen zum markanten Anfang von Beethovens Fünfte in anderer Weise ebenso. Meisterhaft haben es auch die beiden Autoren verstanden, ihre aufwändige Recherchierarbeit so zu komprimieren und darzubieten, dass alles ganz einfach, logisch und einleuchtend erscheint.

Außer einem Lehrstück zur Einfachheit sind Buch und CDs auch eine spannende Kulturgeschichte. Wir werden auf Reisen rund um die Welt mitgenommen, in politische und persönliche Intrigen verstrickt und mit unterschiedlichsten Musikstilen konfrontiert. Wir entdecken unsere eigenen Sehnsüchte nach kindlicher Unschuld und dem verloren gegangenen Paradies. Wir ertappen uns bei der scheinbar minderwertigen Liebe zum Kitsch und erhalten ganz beiläufig die Absolution dafür.

Mein Fazit: Sigrid Faltin und Andreas Schäfler offerieren uns ein ganz außergewöhnliches Stück Kulturgeschichte, das wir dankend annehmen sollten. Am besten im Kombipaket, also Buch und CDs zusammen.

Nachtrag: Nachdem ich alle vier CDs gehört habe, bin ich noch enthusiastischer. Allerdings führen mich meine Eigenerfahrungen zur Empfehlung, die vielen La Paloma-Versionen zu Zweit anzuhören. Denn es macht unglaublich Spass, sich über geglückte und weniger geglückte Varianten zu unterhalten. Unterhaltsamer und eindrücklicher lässt sich Musikgeschichte kaum erfahren.
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Produkt-Bild: Es war nicht Kolumbus: Die wahren Entdecker der Neuen Welt

Es war nicht Kolumbus: Die wahren Entdecker der Neuen Welt von Tony Horwitz

Gebundene Ausgabe von marebuchverlag
Preis bei Amazon: EUR 29,90, Angebote ab EUR 7,72

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480938, Erscheinungsdatum: August 2008
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4 Kundenrezensionen:

Für Geschichtsmuffel: klasse geschrieben - und ganz nebenbei lernt man noch was
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Pulitzer-Preisträger Tony Horwitz ist dem deutschen Publikum vor allem durch seine Biografie über James Cook bekannt. Das vorliegende Buch kann man durchaus auch als Geschichtsbuch speziell für Geschichtsmuffel bezeichnen. Dem Autor geht es wie so vielen US-Amerikanern: er steht am Plymoth-Felsen, an dem 1620 die Pilger landeten und ein neues Kapitel in der Geschichte Amerikas aufschlugen. Aber Horwitz bemerkt, dass er eigentlich kaum etwas über die Geschichte seines Landes weiß. Deshalb begibt er sich auf die Suche und der Leser hat das Vergnügen, den Autor auf seiner Suche begleiten zu können.
Und so beginnt eine aufregende und unterhaltsame Reise, in deren Verlauf der Autor und mit ihm sein Leser viele Dinge über die Vergangenheit der USA und ihrer Ureinwohner erfahren. Das erste Kapitel führt in den hohen Norden nach Vinland. Hier hatten die Wikinger vor mehr als eintausend Jahren den ersten Kontakt zu den amerikanischen Indianern. Tony Horwitz liest vor Reiseantritt viele Bücher, um sich vorzubereiten. Aber die wirkliche Erfahrung der besuchten Gegenden macht er erst auf seiner Reise. Diese ist unterhaltsam und lehrreich - und auch lustig, zumindest für den Leser.
Nach den Wikingern befasst sich der Autor mit Kolumbus und reist in die Dominikanische Republik, um dort den Spuren des offiziellen Entdeckers Amerikas zu folgen. Ernüchternde Erlebnisse am riesigen, überteuerten und anscheinend nie besuchten Kolumbusdenkmal, dem Faro von Santo Domingo, erheitern den Leser und zeigen ihm, was es heißt, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ganz nebenbei lernt der Leser noch, wie man in Santo Domingo Auto fahren muss: "Regel Nummer eins, defensiv fahren. Niemals an einer roten Ampel halten, weil der Typ hinter dir nicht halten wird und dir hinten draufknallt." Aber - natürlich funktionieren die Ampeln meistens nicht ... Dann tritt die Regel außer Kraft.
Anschließend begibt sich Horwitz auf die Routen von Cabeza de Vaca und Francisco Vásquez de Coronado. Es werden Reisen ins Ungewisse - so wie auch bei den spanischen Eroberern. "Selbst im Auto und fast fünfhundert Jahre später hatte die Weite und Leere dieses Landstrichs etwas Beunruhigendes, zumindest für jemanden von der Ostküste", schreibt Horwitz über seine Fahrt durch Arizona. Aufgrund der umfangreichen Literaturrecherchen, die der Autor vor Antritt seiner einzelnen Reiseabschnitte durchführt, kann er dem Leser sehr viele Geschichten erzählen. So entstand ein inhaltsreicher und lehrreicher Reisebericht, den man aufgrund seiner vielen Erkenntnisse und aufgrund der literarischen Qualität gern liest.
Weitere Reiserouten führen auf die Spuren von Hernando de Soto und John Smith und Pocahontas. Und für Leser, die Gefallen an der Idee des Autors gefunden haben, gibt es im Anhang noch eine Erläuterung zu den einzelnen Literaturquellen. Sicher können viele Menschen die beschriebenen Reiserouten selbst bereisen, aber wohl niemand wird in der Lage sein, so einfühlsam und anschaulich seine Erlebnisse zu beschreiben. Das Buch ist ein echter Lesegenuss - und ganz nebenbei lernt man auch noch eine ganze Menge!
(Diesen Beitrag schrieb der Rezensent für Amerindian Research. Zeitschrift für indianische Kulturen von Alaska bis Feuerland).
Die wahren Entdecker der Neuen Welt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das Amerika nicht von Kolumbus entdeckt worden ist, sollte allen klar sein - vielmehr entdeckte Kolumbus die Karibik, was auch nicht schlecht war, doch Amerika selbst wurde bereits viel früher von Bjarni Herjolfssón (Erik der Rote) zufällig entdeckt. Das Buch ES WAR NICHT KOLUMBUS von Tony Horwitz zeigt auf eingängliche und vergnügliche Weise auf, wer hier das Segel (sprichwörtlich) in der Hand hatte und wem die Ehre gebührt als der ENTDECKER zu gelten.

Das Buch besticht durch die Qualität seiner Texte, denn die Geschichte der Entdeckung Amerikas wird auf sachliche und doch spannende Art und Weise erzählt und mit vielen Kommentaren und Quellenverweisen bereichert.

Gerade die Art und Weise der Herren Konquistadoren ist es, welche hier im Mittelpunkt steht. Ihre Reisen und Eroberungen, was sie entdeckten, inklusive der Prärie und der Millionen von Büffeln und der letztendliche Endkampf gegen die Ureinwohner.

Den ersten Kampf gegen Erik den Roten gewannen die Ureinwohner, doch den Zweiten verloren Sie, denn diesmal war die Gier nach Gold im Spiel und die Befall setzte von Süden her ein...

Die Wikinger waren gefürchtete Einzelkämpfer und im Nahkampf nahezu unschlagbar, doch ohne Nachschub war der Sieg nicht zu erhalten. Die Spanier hatten Nachschub ohne Ende und das Gold zog sie an wie Schmeißfliegen und nicht nur sie, denn ganz Europa witterte fette Beute.

Die Darstellungen im Buch ES WAR NICHT KOLUMBUS von Tony Horwitz, sind gut recherchiert, interessant mit vielen mir unbekannten Details, insbesondere zu den nördlichen Abstechern der zweiten Eroberungswelle und die Texte scheuen nicht die Konfrontation mit der Geschichte, denn die Eroberung des Paradieses war nicht so schön wie sie in manchem Film herüber kam - es war ein abschlachten und vernichten und das nur wegen etwas so Unwichtigem und Unbedeutendem wie dem Gold.

Ein exzellent recherchierter Bericht, umfangreich, spannend und mit dem notwendigen Fachwissen untermauert - eine Zierde für jede Sammlung und ein Juwel zum Thema Die Eroberung Amerikas".

Ein Jammer das dieser Kontinent den Namen eines Diebes und Schwindlers trägt - doch die Träger des Namens Kolumbus" hatten auch nicht viel mehr Glück damit...

Sehr empfehlenswert!
Respektlose Dekonstruktion eines nationalen Mythos
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Als Stein gewordener Mythos erinnert im neuenglischen Plymouth ein Felsen in Form einer "versteinerten Kartoffel" an die 1620 von Puritanern gegründete Siedlung, die zum Keim der amerikanischen Nation werden sollte. Mit protestantischer Arbeitsethik und innerweltlicher Askese verwirklichten sich die mit der Mayflower angereisten Pilgerväter ihren Traum, der bald als der amerikanische Traum" zum traditionellen Grundpfeiler der nationalen Identität der US-Amerikaner wurde. So zumindest sieht es das idealistische Geschichtsverständnis vieler Amerikaner. Der Journalist Tony Horwitz wollte sich mit dieser allzu simpel anmutenden Legende nicht zufrieden geben und legt nun mit "Es war nicht Kolumbus" das Ergebnis seiner Nachforschungen darüber vor, welche europäischen Kontakte sich vor der Ankunft der Puritaner auf dem nordamerikanischen Kontinent ereignet hatten.

Horwitz unternahm dazu ausgedehnte Exkursionen, um den Spuren europäischer Entdecker und Kolonisten vor den Puritanern nachzugehen. Sein Ausgangspunkt ist Neufundland, wo um 1000 n. Chr. die Wikinger einen ersten - gescheiterten - Siedlungsversuch unternahmen, um dann seine Reise nach Hispaniola fortzusetzen, von wo die imperiale Expansion Spaniens in die Neue Welt ihren Anfang nahm. Ausführlich schildert Horwitz die spanischen Expeditionen unter den Konquistadoren Cabeza de Vaca, Francisco Vásquez de Coronado und Hernando de Soto, die als erste Europäer in den nordamerikanischen Kontinent bis in die Great Plains hinein vorstießen. Ihre Suche nach Reichtümern war zwar vergeblich, aber ihre sich wie Lindwürmer ihren Weg bahnenden Trosse führten zum einen zu dramatischen Umwälzungen in den indianischen Gesellschaften, die dem Toledostahl und den mitgeführten Krankheiten nichts entgegenzusetzen hatten. Doch zum anderen erhielten Europäer zu ersten Mal - lange vor Gründung der USA - ein Geschmack davon, was amerikanische Freiheit bedeutet. Ohne dabei deren Gräueltaten gegen die Indianer aus den Augen zu verlieren, muss Horwitz fasziniert von der rücksichtslosen Unbeugsamkeit dieser rustikalen Männer im Laufe seiner Nachforschungen sein bisheriges Bild über die Spanier revidieren. Um den wohlstandsgesättigten Lesern die natürlichen Hürden, die diese Männer zu überwinden hatten, anschaulich zu vermitteln, scheute Horwitz selbst keine Mühen, setzte sich wie die Konquistadoren dem heißen Klima des Südwestens aus und stieg sogar in einem Kanu in die tückischen Strömungen des Mississippi.

Unbequem für amerikanische Leser dürften vor allem seine Schilderungen französisch-hugenottischer Siedlungsversuche an der Ostküste sein. "Wenn wir Religionsfreiheit hören, denken wir sofort an die Pilgrims, aber die Franzosen versuchten es zuerst und hätten es fast geschafft", zitiert Horwitz einen Parkwächter der historischen Festungsattrappe La Caroline, der eingesteht, dass er für seine französischen Sympathien von den zumeist ahnungslosen Besuchern nur Unverständnis und Entrüstung erntet.

Mit seiner gelungenen Mixtur aus historischem Hintergrundbericht und zeitgenössischer Reportage, gewürzt mit viel respektlosen Humor und kuriosen Anekdoten, liefert Horwitz nicht allein ein differenziertes Bild über die europäische Eroberung des amerikanischen Kontinents. Sein Werk wirft auch ein aktuelles Schlaglicht auf das moderne Amerika und die Veränderungen, die es auf seinen Weg bis heute durchlaufen hat. Wie ein Archäologe dekonstruiert Horwitz den angloamerikanischen Pilgerväter-Mythos und legt dabei die vielfältigen historischen Wurzeln der amerikanischen Identität frei. Den US-Amerikanern wird ein sehr kurzsichtiges Geschichtsverständnis nachgesagt, dessen zentrale Daten nur aus 1492 und 1620 bestehen. Horwitz besonderes Verdienst besteht darin zu erinnern, dass Kolumbus Amerika nicht alleine entdeckt hat, um damit den Pilgervätern den Weg in eine neue Welt zu ebnen. Auch vor ihm betraten schon Europäer amerikanischen Boden. Und nach ihm nahmen lange vor den Pilgervätern und der Expedition von Lewis und Clark andere Pioniere Nordamerika ins Visier. Es ist an der Zeit, auch deren Leistungen endlich in das allgemeine Bewusstsein zu rücken und angemessen zu würdigen.
Eine lange und seltsame Reise
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Tony Horwitz erzählt, angefangen von der gescheiterten Wikingerkolonie auf Neufundland bis zu den Pilgervätern, die Geschichte der frühen europäischen Eroberer, Entdecker und Siedler in Nordamerika - ein weitgehend unbekanntes dafür aber umso spannenderes Kapitel.

Der Autor besucht dabei im Verlauf des Buches frühe Kolonien und verfolgt die Reiserouten der Entdecker quer durchs Land, wodurch er selbst zum modernen Entdecker wird. Auf äußerst kurzweile Art beschreibt er einerseits die sorgfältig recherchierten historischen Ereignisse und andererseits die jeweilige heutige Situation vor Ort. Dabei trifft er skurile Menschen und hat jede Menge kurioser Erlebnisse. Unterhaltsamer und informativer kann man ein Geschichtsbuch kaum schreiben.

Fast wird man als Leser etwas neidisch auf die ersten Europäer, die diesen riesigen unbekannten Kontinent in seiner Ursprünglichkeit entdecken durften. Doch die Schönheit, Wildheit und Unberührtheit der Landschaft, die Tony Horwitz auch heutzutage noch teilweise vorfindet, steht dabei in krassem Gegensatz zur rücksichtslosen Brutalität der europäischen Eroberer gegenüber den Ureinwohnern aber auch untereinander. Ganze Landschaften werden entvölkert, Städte zerstört und die Einwohner versklavt oder ermordet. Und auch die ersten Siedler und Entdecker zahlten auf Grund von Kriegen, Krankheiten und Hunger einen hohen Preis. Ganze Gruppen verloren sich in den Weiten des Landes und blieben für immer verschollen. Deshalb konnten von den ersten Kolonien auch nur diejenigen überleben, denen es gelang, die zahlreichen Toten durch Nachschub aus Europa zu ersetzen. Alle anderen Siedlungen verschwanden dagegen schnell wieder von der Landkarte.
Dies alles erzählt Horwitz so plastisch und eindrucksvoll, dass es sich nicht mehr nur um irgendwelche historische Daten handelt, sondern man wirklich von den Ereignissen persönlich berührt und betroffen ist.
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Produkt-Bild: Zwei Frauen am Meer.

Zwei Frauen am Meer. von Hanan al-Shaykh, Hartmut Fähndrich

Gebundene Ausgabe von marebuchverlag
Preis bei Amazon: EUR 18,00, Angebote ab EUR 4,95

ISBN: 3936384029, Erscheinungsdatum: Sept. 2002, Auflage: 1
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Produkt-Bild: Meer von Robert Gernhardt.

Meer von Robert Gernhardt. von Robert Gernhardt

Gebundene Ausgabe von marebuchverlag
Preis bei Amazon: EUR 18,00, Angebote ab EUR 3,59

ISBN: 3936384037, Erscheinungsdatum: Sept. 2002, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Meer von Robert Gernhardt.
Produkt-Bild: Der Rote

Der Rote von Bernhard Kegel

Gebundene Ausgabe von marebuchverlag
Preis bei Amazon: EUR 22,90, Angebote ab EUR 2,93

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480679, Erscheinungsdatum: August 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Der Rote

5 Kundenrezensionen:

Unterwasserwelt - wieder mal sehr spannend
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Ich fand das Buch sehr spannend und gut zu lesen.
Nach einem Wasserbeben verschwinden erst die Wale und statt dessen tauchen viele seltene Arten von Kalmaren auf. Was mir sehr gefallen hat, war die Beschreibung der einzelnen Arten und mir stellte sich die Frage, was geht dort unten wirklich vor. Wieviel kennen wir wirklich??
Ich habe das Buch auf eine Empfehlung hin gekauft, da ich nach Geschichten ähnlich von "Der Schwarm" gefragt habe. Ich finde zwar die Bücher von Frank Schätzing besser - kann das Buch jedoch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.Das war mit Sicherheit nicht das letzte Buch, was ich von Bernhard Kegel gelesen habe.
Mir hat es gefallen...
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Der wissenschaftliche Roman ist anfangs ähnlich aufgebaut wie Schätzings "Der Schwarm". Ein am Leben verzweifelter deutscher Zoologe, eine Gruppe Walforscher auf ihrem Schiff und ein weiterer neuseeländischer Zoologe erleben das Seebeben und seine Folgen erstmal unabhängig voneinander. Dabei lernt man die einzelnen Protas besser kennen, ihre Wünsche und Hoffnungen, ihre Vergangenheit.
Etwa auf der Hälfte des Buches treffen alle bei der Untersuchung der im Klappentext beschriebenen Anomalien zusammen.
Zuerst ist es nur ein Strand voller Tiefsee-Kalmare aller bekannten und unbekannten Arten, dann ein gestrandeter Wal mit üblen Verletzungen. Und schließlich kommt etwas an die Oberfläche und greift scheinbar Taucher und Schiffe an, das so noch nie gesehen wurde: ein gigantischer Riesenkalmar.
Während ein Teil der Forscher, darunter auch Pauli, versuchen, das Tier zu retten, bläst der Rest der Umwelt zur Jagd auf das "Monster aus der Tiefe".

Was wie eine Mischung aus "Der Schwarm" und "Der weiße Hai" klingt, ist wesentlich normaler und äußerst realistisch und glaubwürdig. Sowohl die Protagonisten als auch die Story selbst sind wie aus dem Leben gegriffen.
Der Klappentext hat in mir eine Erwartung geweckt, die so nicht erfüllt wurde. Da ist nix mit Action, mit Überhelden, mit gruseligen Monstern aus der Tiefe.
Dafür unterhaltsam geschilderte Biologie, sympathische Figuren und ein Appell an den Arten- und Umweltschutz.
Wer nun glaubt, das Buch müsste schrecklich moralisch und langweilig sein, der irrt allerdings. Kegel schreibt so gut, dass ich mich abendweise nicht von dem Roman trennen konnte. Und gegen Ende kommt dann auch noch einige Dramatik auf - aber auch die in sehr glaubwürdigem Rahmen.
Langweilig
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Erste Roman den Ich gelangweilt zur seite legen musste weil der Schriftsteller ein mit details überflutet was kein Mensch interessiert.
Die hälfte des Romans dreht sich wie etwas ausieht oder wie etwas gemeint ist. Emotionen, Kripel, Romantik, Spannung? Denkste.
Für alles flufies zu empfehlen, rest die Spannung brauchen nicht, Ende.
Enttäuschend!
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Ich habe vor Jahren mit großer Begeisterung "Das Ölschieferskelett" gelesen und bin mit (zu?) hohen Erwartungen an dieses neue Werk herangegangen. Diese wurden leider in keinster Weise erfüllt. Die Story ist einfach lahm, Spannung spürte ich selten bis gar nicht und es kostete mich zeitweise große Überwindung, überhaupt weiter zu lesen. (Habe mich trotzdem bis zum Ende durchgekämpft weil ich dachte es würde noch besser....)Schade um die Zeit und ums Geld!!!
Klappentext paßt nicht zum Inhalt: Kein Krimi!
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Interessantes, gut recherchiertes und eher ungewöhnliches Thema, aber leider oft sehr zäh. Der Autor verliert sich bisweilen in belanglosen Einzelheiten und die Romanfiguren wirken unecht und hölzern. 100 Seiten weniger wären vermutlich mehr gewesen. Warum auf dem Umschlagfoto meiner gebundenen Version (RM Buch und Medien Vertrieb GmbH) ein Krake, statt eines Kalmars abgebildet ist, um den es ja im Roman geht, ist mir unerklärlich. Ansonsten kann ich mich der Rezension von "Eifelschaf" nur anschließen.
Gegenüber seinen Vorgängerromanen "Wenzels Pilz" und "Ölschieferskelett" eine eher schwache Leistung! Schade!
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Produkt-Bild: Sturm

Sturm von Nicholas Shakespeare

Gebundene Ausgabe von MAREBUCHVERLAG
Preis bei Amazon: EUR 24,90, Angebote ab EUR 0,79

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480644, Erscheinungsdatum: August 2007, Auflage: 1
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5 Kundenrezensionen:

Ähm... worum ging's nochmal genau?
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Mit DIESEM Nachnamen... würde ich mich wahrscheinlich nicht an ein Schreibprogramm herantrauen. Ich würde Word geschlossen lassen und mir jedes Mal auf die Finger beißen, wenn sie in Richtung eines Schreibgeräts wandern sollten. Den Vergleich mit William Shakespeare kann so ziemlich jeder Normalsterbliche nur verlieren.
Was an dem Buch so enttäuschend ist, ist aber nicht nur, daß Mr. Shakespeare es versäumt hat, sich einen anständigen Künstlernamen zuzulegen (oder hat er vielleicht einfach nur den falschen anvisiert?), sondern unter anderem auch, daß sogar die Handlung die Ich-bin-Shakespeare-Richtung bedient.
Stellen Sie sich vor, Günther Jauch fragt Sie: "Wie heißt Shakespeares Stück über eine Familie, die auf einer Insel gefangen ist und deren Situation durch einen Sturm und einen dadurch ausgelösten Schiffbruch maßgeblich verändert wird?" Sie würden selbstverständlich die Antwort wählen, die "Der Sturm" lautet.
Schön, die englischen Titel der beiden Shakespeares sind sich nicht so ähnlich wie die deutschen. Nicholas nennt sein Werk im Original "Secrets of the sea" und William schrieb "The Tempest". Abgesehen davon, daß sich aber die deutschen Titel verdächtig ähneln, fällt auch auf, daß in beiden Fällen von einer Familie die Rede ist, die lediglich aus zwei Personen besteht und die sich in einer sehr isolierten Lage auf einer Insel befindet. Nach einem Sturm nebst Schiffbruch müssen sie sich mit (einem) Schiffbrüchigen auseinandersetzen, was ihren gesamten (zuvor ziemlich unglücklichen) Alltag aus den Fugen wirft. Am Ende beider Werke steht ein besseres, zufriedeneres Leben für die Hauptpersonen.
Hat Nicholas Shakespeare also geistigen Diebstahl begangen? - Nein, soweit würde ich nicht gehen. In "Sturm" gibt es eine ähnliche Grundstruktur wie in "Der Sturm", doch Nicholas kopiert nicht eins zu eins aus den Werken seines berühmten Namensvetters. Wenn man sich die Dicke seines Buchs und die Dünne der Handlung einmal ansieht, hätte er das aber vielleicht doch besser tun sollen...
Verstehen Sie mich nicht falsch - "Sturm" ist als Lesefutter ganz ok, wenn man gerade nichts Anständiges im Haus hat. Wenn aber ein richtig gutes Buch auf einen wartet, ist es einfach nur ein Ärgernis, diesen Schinken zuende lesen zu müssen. Die Geschichte ist langweilig. An einem Punkt - nach dem Schiffbruch - bekommt man zwar wieder Hoffnung und denkt sich: "Wow, jetzt geht's also endlich los, es wird langsam interessant!" Das erweist sich allerdings als Trugschluß. Es ist nicht so interessant, wie man meinen möchte, einem tasmanischen Farmerpaar dabei zuzusehen, wie es versucht, ein Kind in die Welt zu setzen. Und: Nein, das Buch enthält nicht viel Sex, bedaure.
"Sturm" versucht sich auf viel zu vielen Seiten zu entscheiden, ob es nun ein Psychogramm, eine Liebesgeschichte, eine Familiensaga ohne Kinder oder sonst etwas sein will. Es ist handwerklich ganz ordentlich gemacht, aber es fehlt das gewisse Etwas. Ein ideales Buch, wenn man einen anstrengenden, geistig fordernden Job hat und sich abends nach dem Essen nicht mehr wirklich auf eine komplizierte Handlung konzentrieren kann - aber nichts anderes.
Einsamkeit zu zweit
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Nicholas Shakespeare neuer Roman spielt in einem fiktiven Ort an der Küste Tasmaniens. Alex' Eltern sterben bei einem Autounfall als er elf Jahre alt ist; Merridys Bruder ist spurlos verschwunden. Alex und Merridy fühlen sich voneinander angezogen, verlieben sich, heiraten. Erfolglos versuchen sie ein Kind zu bekommen. Die Verletzungen, die diese Verluste und die Unfähigkeit ein Kind zu bekommen, ihnen zufügen verdrängen sie unter eine Decke der Sprachlosigkeit. Zuletzt bricht das Schicksal mit der Macht einer Naturgewalt in das fragile Gefüge ihrer Ehe ein. Während eines Jahrhundertsturms kentert vor der Küste ein Schiff und unter Einsatz ihres Lebens retten Alex und Merridy den jungen Kish aus den Wellen. Er ist der verlorene Bruder, er ist das ersehnte Kind und er ist wahrscheinlich ein Mörder.

"Sturm" ist ein konventioneller, sorgfältig konzipierter Roman in ernstem Ton. An seinen guten Stellen lebt er von der stimmungsvollen Beschreibung des Meeres, der Natur und des Lebens in einer kleinen Hafenstadt sowie von der dezenten Figurenzeichnung. Shakespeare beschreibt in eleganter, zurückhaltender Sprache das Verhältnis von Alex und Merridy. Verbunden durch traumatische Verluste in ihrer Jugend, erkennen sie im Anderen sich selbst und ihre Angst allein gelassen zu werden. Aber zugleich führt Shakespeare vor, wie das Verbot, über diese Dinge zu sprechen, die beiden nach und nach voneinander entfremdet.

Die unauffällige, scheinbar oberflächliche Sprache bildet die Sprachlosigkeit zwischen Alex und Merridy ab. Durchbrochen wird sie in den wenigen stürmischen Passagen, in denen verdrängte Ängste und Leidenschaften an die Oberfläche drängen. Leider gleitet Shakespeare an diesen Stellen oft in schiefes Pathos ab: "Wilde Flammen, das waren ihre Lippen und Hände, aber ihr Herz blieb dunkel." - Uff!

Vor allem merkt man Shakespeares neuem Roman an, dass der Autor sehr viel Zeit und Sorgfalt in die Ausarbeitung seiner Figuren, Handlungsstränge und Motive investiert hat. Dies erweist sich schließlich als größtes Manko des Romans. Während Shakespeare sich aufreizende dreihundert Seiten Zeit lässt, die psychologische Grundkonstellation des Romans herzurichten, gewinnt man den Eindruck den Vorbereitungen zu einem sozialen Experiment beizuwohnen. Der Autor bietet ein Arsenal bedeutungsschwangerer Symbolen auf, das im Verlauf der Geschichte allzu gewissenhaft verwaltet wird. Der entwurzelte Baum, der Penny in der Flasche, der Kleiderschrank, dessen Tür nicht richtig schließt: Kein Motiv, das nicht erschöpfend zu Ende geführt würde. Auch die Geschichte entwickelt sich zu glatt und vorhersehbar um wirklich zu fesseln. Zu leicht werden alle offenen Stränge in einer einzigen Nacht miteinander verbunden.

Am Ende wünscht man sich, dass die Figuren ihrem Autor Stift oder Tastatur lachend aus der Hand nehmen und einfach mal nach Herzenslust übermütig sind.
Eine Liebe mit Hindernissen in Tasmanien
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Nicholas Shakespeares Roman Sturm" ist ein beeindruckender Lesestoff. Die Entwicklung der Liebe von Merridy und Alex ist spannend und auf den 542 Seiten großteils überzeugend erzählt.

Alex (dessen Eltern früh durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen sind) trifft Merridy (deren Bruder vor vielen Jahren fast spurlos verschwunden ist und der vermeintlich tot ist), eine Verwandte seiner Verflossenen Tildy und verliebt sich in sie.
Ray Grogan, der berüchtigte Stadtcasanova bemüht sich um Merridy, sein Werben endet aber mit einer schmerzenden Niederlage.
Das und die beiden dunklen Ereignisse im Leben von Merridy und Alex sind die Keimzellen dieses Romans.
Tildy heiratet Ray, Merridy heiratet Alex und während Tildy sofort schwanger wird, scheint es Merridy und Alex nicht vergönnt zu sein, Kinder zu bekommen.

Nicholas Shakespeare entwickelt das Innen- und Außenleben seiner Protagonisten auf beeindruckende Weise, vor allem die unterschiedlichen Wertvorstellungen der beiden Paare werden schön vorgeführt. Die trügerische Kleinstadtidylle am Ende der Welt in Tasmanien, Tildys und Rays Ehe, die von Tildys regelmäßigen Schwangerschaften und Rays Erfolg als Immobilienmakler sowie seinen unzähligen Affairen geprägt ist, wie auch Merridys fleißige und bald auch erfolgreiche Austernzucht als Flucht vor der Tristesse und der auf fast jeder Seite spürbar stärker werdenden Unsicherheit ihrer Liebe zu Alex liefern eine perfekte Kulisse zu dieser vermeintlich ungetrübten Liebesgeschichte; bis Merridy und Alex in einem verheerenden Sturm einen jungen Mann vor dem Ertrinken retten.

Durch den jungen Kish (dessen Vergangenheit scheinbar krimineller Natur ist) brechen unterschwellige Ängste und Sehnsüchte aus, dadurch gewinnt der Verlauf der Geschichte auch rapide an Spannung und Tempo, bis alles wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht.

Nicholas Shakespeare entwickelt seinen Roman auf unterschiedlichen Ebenen, was sich spannend liest, auch wenn einiges durch die für meinen Geschmack zu perfekte Konstruktion (nichts bleibt unverbunden und unaufgelöst; sogar der in der Schulzeit von Alex im Auftrag von Ray gedemütigte Mitschüler taucht knapp vor dem Höhepunkt des Romans auf und erteilt Alex die Absolution und erlöst ihn somit von seinem schlechten Gewissen) vorhersehbar wird. Die Dialoge waren mir ein wenig zu oft einfach flapsig und klischeehaft, was möglicherweise aber auch der Übersetzung anzurechnen ist.

Die Idee, immer wieder konsequent mit den Geschehnissen scheinbar unverwandte Zeitungsausschnitte in den Text einzufügen ist vielleicht nicht die Neuheit schlechthin (man erinnere sich an den Springschnur hüpfenden und zählenden Jungen in Peter Greenaways Film Drowning by Numbers"), bricht den Fluss des Romans aber jedes Mal schön auf und ist eine Bereicherung der Erzählperspektiven.

Fazit: ein wirklich spannender, schön geschriebener Roman, ein wahrer Page-Turner, bei dem man einiges über Australien und Tasmanien, und noch mehr über die Austernzucht lernen kann. Eine etwas neurotische aber doch sympathisch überzeugende Liebesgeschichte, der man gerne folgt.
So ist Sturm" anspruchsvolle Unterhaltung im besten Sinne des Wortes.
Ein Buch für lange Winterabende
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Buch des 1954 geborenen Autors Nicholas Shakespeare heißt im englischen Original "Secrets of the Sea"(Geheimnisse des Meeres). Der Mare Verlag nennt es "Sturm", weil der tatsächlich in dem Buch eine große Rolle spielt. Er wirbelt das Leben der Protagonisten so richtig durcheinander. Die ausgezeichnete Übersetzerin ist Susanne Höbel.

Zum Plot: Zum Personal gehören zwei Frauen, Merridy und ihre Cousine Tildy und zwei Männer, Alex und Ray. Die kluge, unruhige, oberflächliche Merridy hat als junges Mädchen ihren kleinen Bruder verloren, er war eines Tages einfach verschwunden, tauchte nie wieder auf. Gefühlsmäßig hängt sie immer noch an ihm, ihre Gedanken sind täglich bei ihm. Sie heiratet den ruhigen, bescheidenen Alex. Der betreibt eigenverantwortlich nach dem Tod seiner Eltern, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, einen armseligen Bauernhof im verlassenen Wellington Point, an der Küste Tasmaniens. Für beide wird dieser Ort zum Lebensmittelpunkt, sie haben sich mit der Zeit mit dem jeweiligen Verlust abgefunden. Mit viel Liebe und Tatkraft, trotz wiederholter Rückschläge, bauen sie die etwas herunter gekommene Farm wieder auf. Merridy die sich anfangs mit dem Farmleben schwer tat, hat mit viel Begeisterung nebenher eine Austernzucht aufgebaut.

Ihre lebensfrohe und rastlose Cousine Tildy hat Alex seinen alten Klassenkameraden Ray, den Casanova des Ortes, geheiratet. Ray, der als Makler erfolgreich tätig ist, liebt in Wahrheit Merridy und Tildy hätte lieber den bescheidenen Alex geheiratet. So können wir schon ahnen, wie jetzt in diesem kleinen, wo jeder jeden kennt, die Gefühle und Schicksale sich jetzt verwickeln und ineinander übergehen. Merridy hätte gerne Kinder bekommen, dieser Wunsch bleibt unerfüllt. Mit Neid sieht sie auf ihre Cousine, die ein Kind nach dem andern bekommt und dabei von dem Schürzenjäger Ray fortlaufend betrogen wird.

Dann kommt ein fürchterlicher, verheerender Sturm auf, bei dem Alex und Merridy einen jungen Mann von einem in Seenot geratenen Resozialisierungsschiff retten. Der findet für einige Zeit Unterkunft auf dem Bauernhof. Und in Merridy kommt ein Gefühl auf, was sie ein Leben lange unterdrückt hat, sie glaubt ihr Bruder ist in Gestalt dieses jungen Mannes wieder gekommen. Es stellt sich aber sehr bald heraus, dass es sich um einen ehemaliger Straftäter handelt. So bringt dieser Sturm schließlich das Leben dieser Menschen vollkommen durcheinander. Nicht ist mehr wie es vorher war. Wir erfahren die bisher streng gehütete Geheimnisse, unerfüllte Wünsche, Lebenslügen und abgerungene Zugeständnisse.

In einer einfühlsamen Sprache, die geradezu phantastisch ist, wird der Leser mit großer Sogkraft immer mehr in das Leben dieser Menschen hineingezogen, in ihre Liebe, in Zufälle, in Alltäglichkeiten die in irgendeiner Form auch unser Leben bestimmen. Ein Roman von bestechender Aufrichtigkeit und einer Qualität die man von einem "Shakespeare" erwarten darf.
Wunderschön geschrieben
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist toll geschrieben. Der Autor findet eine Sprache, die sehr berührt, eine wunderschöne Atmosphäre schafft und einen die Geschichte "mitleben" lässt. Ich bin kein Freund von langen Naturbeschreibungen - die verwendet Shakespeare auch nicht - aber irgendwie ist trotzdem jede Seite angefüllt von Tasmanien und von Landschaft und Meer und Sturm. Ich habe dieses Buch gern gelesen, v. a. der Schreibweise wegen, aber auch inhaltlich überzeugt die Geschichte durch gut beschriebene Charaktere und vielschichtige Entwicklungen und "Dramen", die aber eher leise erzählt werden, dadurch aber (für mich) um so eindringlicher waren.
Meine Meinung: wunderschön geschriebenes Buch, unbedingt lesen!
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Die Inseln des Mittelmeers: Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. von Charles Arnold

Gebundene Ausgabe von marebuchverlag
Preis bei Amazon: EUR 29,90, Angebote ab EUR 14,95

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480962, Erscheinungsdatum: Sept. 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Die Inseln des Mittelmeers: Ein einzigartiger und vollständiger Überblick.

3 Kundenrezensionen:

Bitte kaufen!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses Buch ist eine Schatzkiste - und ein Muss für alle, die vom Süden träumen und sich fragen, warum sie immer noch in einem Land mit so schlechtem Wetter leben. Aber auch, wenn man "nur mal" gucken möchte, wie viele (unbekannte) Inseln es denn so im Mittelmeer gibt, kann man dieses Kompendium garnicht mehr aus der Hand legen - so schön sind die Bilder, so verlockend die Angaben über Einsamkeitsfaktor, Einwohnerzahl und Strände, dass man gleich seinen nächsten Urlaub planen möchte (oder doch gleich die Emigration?). Seufz... Für weniger romantische Naturen sei gesagt, dass das Buch einfach einen hervorragenden und prägnanten Überblick mit den wesentlichen Merkmalen jeder noch so kleinen Insel bietet, sodass man wirklich gut entscheiden kann, ob das Eiland eine Reise wert ist oder man doch lieber den All-inclusive-Urlaub mit dem großen Reiseveranstalter bucht. Oder man erweitert einfach seine geographischen Kenntnisse und staunt, dass es überhaupt so viele touristisch erschlossene Inseln gibt.
Wirklich alle Inseln . . .
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das Weite suchen im Mittelmeer, so lockt der marebuchverlag seine Leser. Und in der Tat findet man in "Die Inseln des Mittelmeers" mehr als einen Grund, augenblicklich das Weite zu suchen und sich aufzumachen auf eine Odyssee zu den Inseln des Mittelmeers. In dem vorliegenden Buch findet man leicht sein Eiland, egal ob man jetzt die Einsamkeit oder das pulsierende Leben sucht. Informationen auf über vierhundert Seiten machen die Entscheidung leicht und bieten eine gute Grundlage für die Planung und Durchführung einer Reise oder den Haus- und Grundstückskauf. Platz finden dabei sowohl die großen Urlaubsinseln wie Mallorca oder Djerba, aber auch eher unbekannte kleine Inseln in der Türkei oder Kroatien.

Dies ist ein bemerkenswertes Buch, das in jeder Hinsicht überzeugt. Der flexible Einband hält auch längeren Segeltouren stand. Ansonsten hat man das beinahe ein Kilo schwere Inselbuch wohl eher nicht im Handgepäck. Es ist gut strukturiert und übersichtlich aufgebaut. Die Daten befinden sich auf dem neuesten Stand - viele wurden ausschließlich für dieses Buch erhoben.

Zauberhafte Fotos, von denen man sich noch viel mehr wünscht, zeugen vom Reiz der Inseln, und auch die Essays sind mit Pflanzen- und Tierbildern illustriert. Wenn man das Mittelmeer und seine Inseln noch nicht kennt, wird man spätestens jetzt überzeugt und begibt sich auf den Weg, um diese Kleinode in der kristallklaren blauen Weite mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben. Viele Aufnahmen sind aus der Luft aufgenommen, so dass man einen guten Eindruck vom Charakter und der Größe der Inseln bekommt, die sich auf neun Länder verteilen: Frankreich, Spanien, Italien, Kroatien, Griechenland, Türkei, Zypern, Malta und Tunesien.

In zwei bis drei Sätzen wird das Typische der Inseln kurz umrissen. Eine Bewertung nach Punkten zeigt auf einen Blick, wie es in Bezug auf Tourismus, Strände und Einsamkeit aussieht. Die angegebene Webadresse und Telefonnummer erleichtern weitere Information. Wissenswert ist es natürlich auch, welche und wie viele Übernachtungsmöglichkeiten es auf der jeweiligen Insel gibt und wie man hinkommt.

Inselmaniacs und Statistikfreunde kommen voll auf ihre Kosten in dem Teil, in dem es um die Küstenlängen, Flächen oder Anzahl der Inseln und der Verteilung auf die einzelnen Länder geht, dargestellt in farbigen Diagrammen und auch in Tabellen.

Das Buch ist eher eine Übersicht und dient der Vorauswahl bestimmter Inseln - will man sich über die einzelnen Inseln näher informieren, muss man auf weiterführende Literatur zurückgreifen. Es ist aber von der Aufmachung und vom Inhalt her sehr reizvoll, außergewöhnlich und ansprechend und auf jeden Fall eine Anschaffung wert.
Ein Juwel für alle Liebhaber des Mittelmeeres und diejenigen,die es, vielleicht mit Hilfe dieses Buches, werden wollen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Das vorliegende schwergewichtige und mit Hunderten von wunderbaren Farbfotos illustrierten, von Charles Arnold herausgegebenen Buches aus dem Marebuchverlag bietet einen einzigartigen und vollständigen Überblick über alle Inseln des Mittelmeeres. Es ist deshalb nicht nur für alle Touristen, die gerne am Meer sind von höchstem Interesse, sondern auch für allen anderen Liebhaber des Mittelmeeres.

Bei einem ersten Durchblättern des Buches und Betrachten seiner ausdrucksvollen Landschaftsbilder hat man nicht den Eindruck, man halte ein Buch über das mare nostrum" in den Händen, sondern findet sich entführt in ferne Gebiete der Welt mit klarem Wasser und weißen Stränden.

Das Buch ist in zwei Hauptteile aufgeteilt. In einem ersten Teil sind insgesamt 11 informative und aufschlussreiche, dabei immer spannend und locker geschriebene Aufsätze versammelt, unter anderem über die Geologie des Mittelmeergebietes, seine Flora und Fauna. Den verschiedene Fischarten des Mittelmeeres ( mehr als Sie für möglich gehalten hätten !) ist ein eigener Aufsatz gewidmet, genauso wie den sich wandelnden Umweltbedingungen im Mittelmeerraum und der Geschichte des Tourismus in diesem Gebiet.

Ein zweiter Teil beschreibt mit wunderbaren Fotos, Landkarten und einer übersichtlichen touristischen Legende alle 218 größeren Inseln und gibt auch eine knappe Übersicht über die zum Teil völlig unbekannten kleineren Inseln.

Der interessierte Tourist wird in diesem Buch eine Menge sogenannter Geheimtipps finden, Inseln von einzigartiger Schönheit und Einsamkeit, aber auch Inseln mit hohem Standard und mit allen erdenklichen Luxusangeboten.

Es ist ein Juwel für jeden Liebhaber des Mittelmeeres, das eine Fülle von Anregungen und Ideen birgt für die nächsten Urlaube. Es eignet sich auch ideal als Geschenk für die unterschiedlichsten Anlässe.
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Das Mädchenschiff von Michal Zamir

Gebundene Ausgabe von MAREBUCHVERLAG
Preis bei Amazon: EUR 22,00, Angebote ab EUR 2,64

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3866480652, Erscheinungsdatum: August 2007, Auflage: 1
Zoom ± Produkt-Bild: Das Mädchenschiff

5 Kundenrezensionen:

Selten ein so schlechtes Buch gelesen
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ich habe selten ein so schlechtes Buch gelesen. Der Schreibstiel ist ein Katastrophe und die Geschichte absolut langweilig. Die Hauptperson im Buch ist eine junge, frustrierte Israelin die nichts mit sich anzufangen weiss, keine Vorstellungen von der Zukunft hat und zudem zu blöd ist beim Geschlechtsverkehr zu verhüten. Sorry, aber wie kann man aus so was eine Geschichte machen? Habe das Buch geschenkt bekommen und war nach 5 Seiten eigentlich schon satt, dachte jedoch es würde noch was draus werden.... Es gibt wirklich bessere israelische Schriftsteller!
Sehr mutig, sehr wahr!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Israelische Schriftstellerinnen kenne ich nicht allzu viele. Mein Spektrum reicht gerade mal von Dorit Rabinyan, für die ich mich sehr begeistern kann, bis hin zu Zeruya Shalev, die allerdings überhaupt nicht mein Fall ist. Der Grund, weshalb ich mir nun "Das Mädchenschiff" von Michal Zamir zugelegt habe, war pure Neugier, denn wie ich las, ist die Autorin immerhin die Tochter von Ex-Mossad-Chef (1968-1974) Zvi Zamir.

Was hier auf 220 Seiten und in acht teilweise sehr intimen Kapiteln über den Alltag einer jungen ZAHAL-Rekrutin ausgebreitet wird, hat mich nicht überrascht. Die Autorin beleuchtet kritisch ein paar unangenehme Facetten des "Zweikampfs der Geschlechter" innerhalb der israelischen Streitkräfte, die mir bereits aus diversen Sachbüchern bekannt waren. Dies tut sie allerdings auf eine so leichte und verspielte Art, dass man ihr nicht wirklich böse sein kann. Außerdem wird man durch ein ständiges Wechselbad von Humor, Intelligenz und Melancholie mehr als entschädigt. Eine patriotische Grundhaltung sucht man bei der Autorin zwar vergebens - das tut der literarischen Qualität ihres Erstlings aber keinen Abbruch.

Michal Zamir ist ohne Zweifel eine große Begabung.
Konzeptlos
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Die Ich-Erzählerin berichtet teilnahmslos von ihrem Alltag, den kommentarlos eingeforderten Gefälligkeiten, dem Selbstmord einer Kameradin, aber auch von den fünf Abtreibungen, die im Laufe ihrer Dienstzeit bei ihr vorgenommen wurden. Hierbei fällt auf, dass diese Teilnahmslosigkeit stellenweise durch eine betont vulgäre Sprache ergänzt wird. Der Leser erhält jedoch zu keiner Zeit Zugang zu der wahren Gefühlswelt der Protagonistin und zwischen all den intimen Details fällt diese sprachliche Wucht dann auch nicht weiter auf. Das Buch gliedert sich in acht Teile, allerdings bleibt die Autorin dem Leser bis zum Schluss eine wirkliche Handlung, ein Vorankommen der Handelnden und eine Charakterentwicklung schuldig. So ergreifend und packend die Geschichte rund um die Ängste und Nöte einer jungen Soldatin sein könnte, schafft Michal Zamir es nicht den Leser in einen Bann zu schlagen.
Es bleibt fraglich, was die Autorin mit dem Buch ausdrücken wollte. Das Gelesene stellt keine Anklage gegen ein etabliertes System dar, noch bringt es ausreichend Licht ins Dunkel, um das weiterführende Interesse der Leserschaft zu wecken. Grundlegende Fragen werden nicht thematisiert, die gesamte Handlung spielt in dem kleinen Mikrokosmos Stützpunkt". Es bleibt weiterhin fraglich, ob die beschriebenen Vorfälle gängige Praxis sind oder doch eher eine unrühmliche Ausnahme darstellen.

Mit dem vorliegenden Buch erhält der interessierte Leser weder einen packenden Roman, noch eine interessante und bewegende Biografie. Für zweiundzwanzig Euro erhält man stattdessen ein konzeptloses, auf sprachlich niedrigem Niveau rangierendes Buch, bei dem unklar bleibt, für welche Zielgruppe es geschrieben wurde.
Keine leichte Kost
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Schon seit der Gründung Israels werden Frauen ebenso wie Männer zur Armee eingezogen und Wehrdienstverweigerung ist praktisch unmöglich. Doch außer gelegentlichen Nachrichten über die hohe Selbstmordrate unter den Rekruten und die wichtige Rolle der Armee als ?Partnerbörse? erfährt man hierzulande nur wenig über das Leben der Betroffenen.

Der Roman von Michal Zamir gibt uns einen kleinen Einblick in die Verhältnisse hinter dem Kasernenzaun. 20 Jahre, sagt die Autorin, die selbst zwei Jahre ?dabei? war, habe sie gebraucht, um dieses Buch zu schreiben ? obwohl sie betont, dass es keine autobiografischen Züge hat. Was sie darstellt, sind keine schönen Aussagen über eine Armee, die gerade in Israel eine zentrale gesellschaftliche Rolle spielt.

Frauen an der Waffe - was nach außen als Gleichberechtigung aussieht, entpuppt sich oft genug als Reproduktion der Gewaltverhältnisse nach innen. Zamir zeigt auf, wie die jungen Rekrutinnen mit dem streng hierarchischen System umgehen und immer wieder daran zerbrechen. Aber sie sieht auch Hoffnung auf Veränderung ? nicht zuletzt aufgrund ihres Buches, das in Israel hohe Wogen geschlagen hat und die Feuilletonisten begeistert. Auch wenn es keine leichte Kost ist: Zamir präsentiert uns eine sehr empfehlenswerte Geschichte über ein Land, das fast jede Woche über unsere Nachrichtenschirme flimmert.
Ein Buch, das bei allem feministischen Engagement auch gegen den feministischen Mainstream schwimmt
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieser Roman der jungen israelischen Autorin Michal Zamir hat in Israel einige Diskussionen ausgelöst, beschreibt er doch ein Phänomen, das über lange Zeit hochtabuisiert war. Im Zuge der Anklage gegen den damaligen Staatspräsidenten Moshe Katzav ist ein Thema in die Öffentlichkeit gespült worden, das lange Zeit unter den Teppich gekehrt worden war: die sexuelle Ausbeutung von Frauen, rangmäßig nachgeordneten Frauen in der israelischen Gesellschaft, speziell aber im Militär. Man kann sich vorstellen, wie stark der Skandal zum Himmel geschrieen haben muss, dass es zu einer Anklage gegen den mächtigen Staatspräsidenten gereicht hat. Als Moshe Katzav die klagenden Frauen in seiner Behörde nach Beendigung der Affäre auf die Straße setzen ließ, das schlossen sich die Frauen und viel Unterstützer zusammen und organisierten Demonstrationen. So wurde aus dem Kampf gegen sexuelle Ausbeutung ein Streit um die Gleichberechtigung im Job, wie Michal Zamir in einem Interview unlängst feststellte.

Sie selbst, Tochter des berühmten Mossad-Chefs Zvi Zamir, der diesen zur Zeit des Münchner Attentats auf die israelische Olympiamannschaft 1972 anführte, war die junge Frau vor 17 Jahren selbst in dem Camp als Soldatin beschäftigt, das sie in ihrem Buch beschreibt. Es sei nicht autobiographisch, was sie erzähle, sagt sie: "Ich glaube es hat viel mit der israelischen Kultur zu tun, damit, wie sich die Geschlechterrollen über das Militär definieren."

Michal Zamir erzählt, wie eine junge Israelin auf einem Fortbildungsstützpunkt für höhere Offiziere ihren Dienst antritt. Sie vergleicht den Stützpunkt mit einem Schiff, das sie und die anderen Mädchen für zwei Jahre auf ein fremdes Meer entführt. Die Mädchen erfahren sehr schnell, dass sie den sexuellen Bedürfnissen der Offiziere schutzlos ausgeliefert sind. Und doch ist der Roman nicht nur ein Buch über sexuelle Gewalt:
"Es ist ja nicht nur ein militärkritisches Buch", sagt Michal Zamir im erwähnten Gespräch. "Eher ein Adoleszenzroman, in dem der Weg einer jungen Frau in der Armee beschrieben wird, die bereit ist, einen hohen Preis zu zahlen; sie opfert ihren Körper, unterwirft sich sexuell, um geistig gesund und sie selbst zu bleiben. Zumindest, um später die Wahrheit erzählen zu können - ihre eigene Wahrheit."

Diese Wahrheit ist erschütternd zu lesen, denn es ist nicht etwa rein männliche Brutalität, die das beschriebene Dilemma generiert, wie es manche radikale Feministinnen gerne glauben machen wollen, sondern es ist die Bereitschaft vieler Frauen, in diesem Konflikt, "dem spannendsten menschlichen Konflikt, den es überhaupt gibt", wie Michal Zamir sagt, mitzuspielen, aus den unterschiedlichsten Gründen.

Doch bei aller Kritik, das Buch hinterlässt den bleibenden Eindruck, dass es eine tiefgehende und umfassende weibliche Erfahrung bleibt, quasi existentiell belästigt zu werden, in einer von Männern dominierten Gesellschaft - und da ist das israelische Militär nur die Spitze des Eisbergs - und ohne die Bereitschaft zur auch sexuellen Kollaboration unterzugehen.

Der Roman ist bei allem Ernst mit Humor geschrieben, auch eingedenk der Einsicht, der Autorin, dass es wegen der biologischen Differenzen "eine verlorene Schlacht ist", für die Gleichheit zu streiten, obwohl sie nicht aufhören wird es zu tun.

Was die Erfahrung im israelischen Militär auch mit Männern macht , darüber hat in der letzten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 17.2.2008, Michael Borgstede einen lesenwerten Artikel geschrieben, indem er von der Arbeit von "Schowrim Schtika" (das Schweigen brechen) berichtet.
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Produkt-Bild: Der unsichtbare Kontinent. Die Entdeckung der Meerestiefe

Der unsichtbare Kontinent. Die Entdeckung der Meerestiefe von Robert Kunzig, Wolfgang Rhiel

Gebundene Ausgabe von marebuchverlag
Angebote ab EUR 12,89

4,5 Punkte, empfehlenswert.
4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
ISBN: 3936384711, Erscheinungsdatum: Sept. 2002, Auflage: 1., Aufl.
Zoom ± Produkt-Bild: Der unsichtbare Kontinent. Die Entdeckung der Meerestiefe

3 Kundenrezensionen:

Ein Superthema!
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Wie gesagt: ein hochinteressantes Thema, zu dem wenig Literatur existiert.Im Prinzip eine tolle Ergänzung zum Bestseller "Der Schwarm", indem es den Stand der Forschung aufzeigt.Aber: es ist für den wissenschaftlich interessierten Laien sehr schwer zu verstehen. Viele Fremdwörter werden nicht erklärt. Das Buch würde erheblich an Verständnis gewinnen, wenn manches durch Bilder oder Skizzen erklärt würde. Deshalb nur drei Sterne.
Vom unsichtbaren zum sichtbaren Kontinent
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Endlich ein ausgezeichnetes Buch, das die komplexen Vorgänge des Meeres und vor allem der Meeresgeologie fundiert darstellt! Ich bin von diesem Buch begeistert und habe es mit Spannung von der ersten bis zur letzten Seite gelesen. Viele Fragen wie zur Herkunft des Meeres, des Sea-Floor-Spreading, dem Ursprung des Lebens, werden fundiert und einleuchtend erklärt. Der Autor versteht es in hervorragender Weise auch Persönliches über einzelne Wissenschaftler näherzubringen. Dadurch gewinnt das Buch die leicht lesbare Form. Ich interessiere mich für die Meereskunde in meiner Freizeit, dennoch denke ich, das dieses Buch sowohl für den Fachwissenschaftler, Studenten als auch dem interessierten Laien einen großen Gewinn bringt.
Einen Kritikpunkt habe ich nur anzubringen: Das Buch enthält keinerlei Abbildungen! Der Verlag sollte bei einer zweiten Auflage unbedingt Abbildungen einführen. Der hervorragende Text macht aus dem unsichtbaren Kontinent bereits einen sehr gut sichtbaren, aber Abbildungen sind halt eine weitere wertvolle Bereicherung.
Dennoch, der Autor hat die vielen Preise für sein Buch wohl verdient. Ich kann es nur unbedingt empfehlen!
Spaziergang auf dem Meeresgrund
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Am Ufer eines Meeresstrandes zu stehen und den Blick über die Unendlichkeit der Wassermassen schweifen zu lassen, hat Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Sicher befinden sich darunter auch solche, die sich insgeheim wünschten, einmal den Stöpsel ziehen zu dürfen. Das Ganze mal kurz abzulassen, um einen Blick in die Tiefen der Ozeane werfen zu können. Für all jene unter uns, die immer noch nach diesem Stöpsel suchen, gibt es eine Neuigkeit. Jemand hat ihn gefunden! Robert Kunzig ermöglicht in seinem brillianten Werk "Der unsichtbare Kontinent" eine atemberaubende Ansicht einer Erde ohne Wassermassen.
Ein Spaziergang auf einer Tiefseeebene gefällig? Oder gar eine Bergtour durch die Mittelozeanischen Rücken. Schon mal einen Trübestrom gesehen oder Manteldiapire oder Bruchzonen oder.... oder? Alle geologischen Highlights werden geboten. Es gibt keinen Reiseführer der besser recherchiert ist. Ein Sightseeingprogramm ganz nach jedermanns Geschmack. Nicht mal der Fachjargon wird zum Problem! Alles wird verständlich erklärt und dringt tief in die Abenteuerlust und Forscherlaune eines Hobby-Meereskundlers ein.
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